Brüssel – Tag 1

Endlich wieder frische Luft. Handy zücken, nochmal die Wegbeschreibung zum Hostel prüfen. Ich bin hier also an der Gare du Nord, also rein in die Linie 3 der Metro – bis Gare du Midi und umsteigen in die Linie 2 nach Simonis. 

Ich lasse aber vorher nochmal meinen Blick schweifen. Ziemlich moderne Gebäude, und Wolkenkratzer auch noch. Hat was, zumal ich das nicht erwartet hatte. Aber ich lass mich ja gern überrasche 🙂

Wolkenkratzer Bild
Wolkenkratzer in Brüssel

Aber jetzt erstmal zur Metro, das Gepäck will ich vorher ins Hostel bringen. Die Einzelfahrt kostet 2,10 – also schonmal günstiger als in München. 1:0 für Brüssel. Und offensichtlich ein 5-Minuten-Takt. 2:0 für Brüssel.
Was mir während der Fahrt auffiel, war die Zweisprachigkeit hier – jede Station war sowohl auf französisch als auch auf niederländisch ausgeschildert und wurde auch so durchgesagt. 

Nach ca. 15 Minuten war ich auch schon an meiner Haltestelle, also nix wie raus. Ich sagh schon: Die Straßennamen wurden ebenfalls zweisprachig angeschrieben. Rue du Royale / Koningsstraat? Keine Seltenheit hier. Aber ok, schlau wie ich bin habe ich mich vorher über Belgien schlau gemacht: Es gibt einen französisch-sprachigen (Wallonien) und einen niederländisch-sprachigen Teil (Flandern) von Belgien. Und genau dazwischen? Richtig – Brüssel 😉

So, raus aus der Metro und wieder an die frische Luft. Gleich rechts abgebogen – und siehe da: Das Hostel ist direkt neben der Fabrik von Godiva  – ein bekannter Name in der belgischen Schokowelt. Ich schlafe also  neben Schokolade 😀

Die Frau an der Rezeption erklärte mir nach Zahlung dann auch die Hausregeln (die sich ja auch von Hostel zu Hostel total unterscheiden), wo und wann Frühstück ist und wo ich kochen kann. Anhand einer Karte (die ich behalten durfte), wo ich günstige Fressbuden finde, einen Supermarkt und sogar eine Wäscherei. 

Erstmal lud ich mein Gepäck ab, außer mir war noch keiner im 6-Bett-Zimmer. Ich bezog mein Bett und machte mich auf die Socken. Mich plagte auch schon ein kleines Hüngerchen – also erstmal zu einer dieser markierten Imbissbuden von der Karte. Ich entschied mich für einen Gyrosteller mit Pommes für 9,00 € – dafür kam aber auch eine entsprechend riesige Portion an den Tisch.

Neben dem Essen studierte ich meine Stadtkarte und markierte mir eine kleine Rundtour. Praktischerweise war hier jede noch so kleine Sehenswürdigkeit markiert, das machte die Planung etwas leichter in meinen Augen.

Nachdem ich fertig gegessen hatte, war es auch schon Zeit für mich, aufzubrechen. Es war 15:30, also nicht mehr viel Zeit, bis es Dunkel wird. Meine Tour ging erstmal die Hauptstraße entlang. Ich merkte schnell, dass die Stadt ziemlich weitläufig war – bis zur Senne waren es fast 20 Minuten.

Fluss Senne
Brüssels Fluss: Die Senne

Weiter ging es, bis ich endlich zwischen den Wolkenkratzern einbog. Obwohl ich in einem Park Fotos machte, war es unvermeidlich, entweder Wolkenkratzer oder Autos als Motiv zu haben. Natur trifft Urbanität – ich bin eh von Kontrasten fasziniert. 

Nach einigen Abbiegungen ging es auch in eine Straße, die von außen wie eine Shopping-Meile wirkte. Wie sich herausstellte, war es eine Art orientalischer Basar mit allem, was das Herz begehrt – inklusive dem Feilschen mit den Verkäufern. Der eigentliche Schock für mich war der Rückweg, als die Basar-Straße sich mit ihrer Parallelstraße kreuzte.

Da war ich nur ein paar Meter entfernt von einem Laden für arabische Teppiche, da rieben schon halbnackige Mädels ihre Hinterteile an beleuchteten Fenstern. Ich war unabsichtlich in Brüssels Rotlichtviertel angekommen. Der Weg von der arabischen Ecke zur Sünder-Meile: Nicht mal eine Zigarettenlänge. Kontraste – ich liebe sie. Man erwartet gewisse Kombinationen eben nicht 😉

Straße
Eine Straße mit Basar-Charme

Ok zugegeben, wenn ich schon mal im Rotlichtviertel bin, kann ich auch etwas Zeit hier verbringen. Ein paar hübsche Frauen waren schon dabei – und gucken darf man ja auch :)Also einmal die komplette Straße hoch und wieder runter, man merkte, dass das Viertel noch nicht ganz in Fahrt war. Klar, diese Viertel erwachen auch erst ab 22 Uhr zu voller Blüte. 

Nennt mich verrückt, versaut oder was auch immer – aber ich bin der Meinung, dass Rotlichtviertel auch zur Stadt gehören. Genau deswegen lasse ich es mir auch nicht nehmen, die Sündenmeilen auch mal intensiver zu erkundigen. Natürlich steht hier nur das Gucken auf dem Plan 😉 Aber ich muss zugeben, einige Mädels waren optisch doch ein ziemlicher Leckerbissen 😛

Ok, aber so langsam wurde es mir doch etwas zu kalt und ich beschloss, zurück ins Hostel zu laufen. 

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