Benimm-Richtlinien für Hostelbesucher

Als leidenschaftlicher Hostel-Schläfer habe ich schon manche Erfahrungen erlebt. Aus diesem Grund möchte ich anderen Hostel-Besuchern heute mal ein paar Tipps geben, wie die Zeit nicht trübselig wird und eure Mitbewohner diese auch genießen können. Wenn jeder sich an diese Regel hält, wäre das gut für das gesamte Miteinander.

Natürlich sind das in meinen Augen eigentlich selbstverständliche Regeln – also schon ein trauriges Gefühl, dass ich in meinem Beitrag diesen Frust mal loslassen muss.

  1. Behandelt jeden mit Respekt
  2. Eine Regel, die nicht nur in Hostels gelten sollte. Ihr bewohnt den gleichen Planeten und atmet die gleiche Luft. Da spielen Herkunft, Hautfarbe, Alter, Geschlecht, Glaube oder sonst welches „Anders sein“ keine Rolle. Mensch ist Mensch, Ende der Diskussion! 

    Und wer seine Vorurteile aufgibt, lernt eh viel mehr tolle, einzigartige Menschen kennen.

  3. Sucht nette Gesprächspartner
  4. Hostels haben deswegen auf mich einen einzigartigen Charme, weil hier viel Wert auf das Zusammentreffen verschiedener Leute gelegt wird. Und bloß keine Scheu, jeder unterhält sich gern mit Gleichgesinnten – in Hostels sind Reisen das beliebteste Gesprächsthema.

    Die Gesprächseröffnung ist da auch recht simpel, wenn mir nix besonders tolles einfällt frage ich auch nur, wo mein Gegenüber herkommt, danach unterhalten wir uns beide viel über unsere Heimatstädte. Manchmal ergibt es sich, dass man die eigene Reiseliste erweitert und vor Ort einen Einheimischen schon als Freund hat – so geschehen in Wien, wo ich einen echten Frankfurter kennen lernen konnte. Monate später konnte er mir dann in Frankfurt selbst gute Ess-Möglichkeiten und viele weitere Insider-Tipps geben. Natürlich werde ich mich dann  bei seinem Besuch in München entsprechend revanchieren.

    Ok, Englischkenntnisse sind (auch in Deutschland) natürlich klar von Vorteil. Aber selbst wenn man nicht die gleiche Sprache spricht – es gibt ja noch Hände und Füße 😉 Dass auch das funktioniert, habe ich in New York erfahren: Koffi kommt aus Togo und spricht – abgesehen von 10 Wörtern Englisch – nur Französisch. Trotzdem waren wir gemeinsam frühstücken und hatten uns sehr gut verstanden – Mimik und Gestik sei Dank.

  5. Stellt euren Wecker nur, wenn ihr ihn braucht
  6. Nix ist schlimmer, als ein tutender Wecker am frühen Morgen, wenn man selbst mal etwas später ins Bett gekommen ist. 

    Oftmals erlebe ich auch, dass die Mitgäste trotz Wecker dann doch bis 11 Uhr weiterschlafen. Warum dann also die anderen Mitbewohner vom Schlaf abhalten, den man selber such möchte?

    Klar, manchmal muss man dann auch der Wecker gestellt werden. Dann wäre es aber sehr rücksichtsvoll, wenn ihr euch an die nächste Regel haltet:

  7. Reagiert dann aber auch auf euren verdammten Wecker
  8. Nichts ist schlimmer, als einen Wecker nebenan zu haben, der 5 Minuten lang (gefühlt mindestens 2 Stunden) immer lauter werdend ignoriert wird. Der Lohn? Die Gäste, die mit dir im gleichen Zimmer sind, werden dich von nun an bis an ihr Lebensende hassen.

    Mir ist genau das mal in Rom passiert – zwei Spanierinnen (Mutter und Sohn) waren im Doppelstockbett links von mir. Ungelogen, jeden verdammten Tag ging um 6:30 der Scheiß Wecker los und wurde nie abgeschaltet. Ich bin da ja noch recht zurückhaltend, aber mir kamen dann doch einige unschöne Ideen in den Kopf – die beiden mit Fackeln und Mistgabeln aus der Stadt jagen zum Beispiel. Oder den blöden Wecker im hohen Bogen aus dem Fenster werfen. Kreuzigung, Scheiterhaufen, etc. Kleine Vorwarnung: Den Punkt mit dem Fenster werde ich das nächste Mal wirklich durchziehen! 😛

  9. Schnarcher sollten fernbleiben vom Mehrbettzimmer?
  10. Zugegeben, wer ein Problem damit hat, nachts laut zu schnarchen, ist nichg unbedingt beliebt bei seinen Mitbewohnern. Hier positioniere ich mich aber auf die Seite der Schnarcher 😉

    Wenn es euch stört, dass einer eurer Mitgäste im Zimmer nachts ganze Bäume absägt und ihr nicht schlafen könnt: Bucht euch eben ein Einzelzimmer, dann habt ihr das Problem nicht. Oder kauft euch Ohropax 😉 Aber verweigert nicht den Schnarchern, im Mehrbettzimmer zu übernachten.

  11. Das ist nicht euer Eigentum
  12. Viele Hostels haben eine Gemeinschaftsküche, und somit auch einen Kühlschrank, in dem alle Mit-Hosteller ihre Lebensmittel aufbewahren. Zwar habe ich selbst noch nie die Erfahrung gemacht, aber andere Reisende erzählten mir schon, dass sie sich zum Beispiel Kochschinken gekauft haben, entsprechend gekennzeichnet haben und zum Frühstück essen wollten. Da war dann allerdings nur noch eine Scheibe drin, an den anderen hatte sich schon fleißig einer bedient.

    Wäre schön, wenn jeder auch nur das aus dem Kühlschrank nimmt, was ihm selbst gehört.

    Was anderes wäre es, wenn die Besitzer schon abgereist sind, aber das erkennt man auch an der Kennzeichnung. Diese besteht bei den meisten Hostels aus „Name + Abreisedatum“. 

  13. Macht das scheiß Licht wieder aus
  14. Ich selbst erlebe dafür oft, dass manche bis in die Puppen unterwegs sind und dann ins Zimmer reinkommen. Alle schlafen schon (ok außer mir, ich bin oftmals noch mit Handy beschäftigt). Zack – erstmal Licht an. Erstmal ins Bad – Licht natürlich die 10 Minuten brennen lassen, inzwischen ist einer schon wieder aufgewacht. 

    Ok, manchmal braucht man Licht. Aber dann bitte so kurz wie möglich, oder macht es gleich so wie ich und nutzt euer Handy zum Leuchten. Das reicht mir immer aus und stört auch keinen. Wer allerdings nicht mal Umrisse in der Dunkelheit erkennt, dem würde ich eh eindringlich raten, einen Besuch beim Augenarzt in Erwägung zu ziehen.

  15. Gespräche bis tief in die Nacht? Wirklich? 
  16. Ok, im Hostel sollte man Gespräche führen. Aber irgendwann ist Schluss, wenn die ersten Leute im Zimmer schlafen wollen, gibt es nur 3 Möglichkeiten: 

    1. Gespräch beenden
    2. sich flüsternd unterhalten
    3. das Gespräch an einem anderen Ort fortsetzen (Stichwort Gemeinschaftsraum)

Habt ihr noch weitere Ideen, welche Regeln jedem Reisenden zu einem schönen Aufenthalt verhelfen würden? Vielleicht ergeben sich daraus auch ein paar anregende Diskussionen – gerade beim Thema „laut schnarchen“ gibt es die unterschidedlichsten Meinungen.

Gruß,

euer Benji 🙂

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